Whisky von der Alb

 
Schwäbischer Whisky

Es war Eigeninteresse, Erfindergeist und Experimentierfreude, sagt Thomas Rabel, der neben den für die schwäbische Landschaft so typischen "Geistern" von Äpfeln, Zwetschgen, Williamsbirnen auch Weichselkirschen ("unsere Spezialität") brennt. Und der eben Whisky destilliert, den man eher in Schottland, Irland oder dem mittleren Westen der USA sucht.

"Ja, er ist so eine Mischung aus Scotch und Bourbon", schnuppert Thomas Rabel an einem Glas. Der Inhalt sei mehr Scotch, der Ausbau eher Bourbon. "Eben ein einzigartiger Whisky auf der Welt", lacht er und nimmt einen Schluck pur. Mild und rauchig präsentiert sich der Whisky vom Rande der "rauen Alb".
"Ich wollte einfach einmal etwas Besonderes machen, etwas Ausgefallenes", sagt Rabel.

Honiggelb rinnt der Whisky aus der schlanken, modernen Flasche in das Probierglas. Inzwischen ist der schwäbische Whisky auch käuflich zu erwerben.

Zwar gibt es am Fuße der Schwäbischen Alb zwischen "Bassgeige", "Käppele", Hohen Neuffen und der Teck keine Hochlandmoore, die wie in Schottland das Wasser filtern. Aber aus der Tiefe der Schwäbischen Alb pumpt Thomas Rabel frisches Quellwasser, das nur noch vom Kalk des Karstgebirges befreit werden muss. Der Weizen gedeiht auf den Feldern vor der Haustür zwischen den Streuobstwiesen. Zunächst bleibt der Whisky für zwei Jahre in Tonfässern, ehe er bis zu sechs Jahre in Eichenfässern reift ("das gibt den rauchigen Geschmack und die braune Farbe") und dann nach Bedarf abgefüllt wird.

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Bis dahin ist es aber ein gutes Stück Arbeit, auch wenn die Whisky-Herstellung in der Theorie ganz einfach ist. "Man nehme hochwertigen Weizen und Gerste, gewachsen auf den Feldern am Trauf der Schwäbischen Alb, klares Wasser aus sprudelnden Quellen, den glücklichen Umstand, dass Alkohol bei einer niedrigeren Temperatur als Wasser verdunstet und viel Zeit für die Reife in Eichenfässern", beschreibt Melanie Rabel das geheimnisvolle Zusammenspiel von Glück und Erfahrung, von Können und Erfindergeist, das sich in jahrelanger, liebevoller Arbeit entwickelt hat.

Bodenständigkeit wird den Schwaben nachgesagt. Tüfteln und Erfindergeist gehörten auch schon immer zu den Eigenschaften der Menschen im Bereich der rauen Schwäbischen Alb. Dabei sind es oft liebevolle Menschen, die der Gegend ihren Charakter verleihen. Melanie und Thomas Rabel gehören dazu.

(Hans-Peter Sick, Reportage aus "Schönes Schwaben 1/2000" )

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Update: 09.02.2007